Nachlass zu Lebzeiten
Mehr von Wagenbach Klaus GmbHProduktbeschreibung
Oft gilt die Moderne als Epoche, in der nicht mehr das einzigartige meisterhafte Kunstwerk im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, sondern die Selbstproduktion der Künstler: von körperbasierten Performances bis hin zur zunehmenden Bedeutung künstlerischer Selbstinszenierung. Im Schatten dieser Auflösung des Werkbegriffs hat indes ein anderes Phänomen seinen Aufstieg erlebt: das ¿uvre als imaginierte und vorweggenommene Summe aller Werke.
Inzwischen kreist ein wesentlicher Teil des zeitgenössischen Kunstmarkts um die Vorstellung eines Lebenswerks: Retrospektiven sind Publikumsmagneten, der Nachlasshandel ist zum lukrativen Geschäft für Galerien geworden, und die Künstler selbst produzieren mit Blick aufs - oft erst posthum zu erfassende - Ganze.In ihrem glänzenden Essay erzählt Barbara Wittmann, wie es zu dieser Karriere des Gesamtwerks kam: von einem gezeichneten Gemäldeverzeichnis im 17. Jahrhundert über erste Personalmuseen und die Entstehung des Urheberrechts hin zur Frühgeschichte der Retrospektive bei William Blake, Gustave Courbet und anderen.